21
Nov
2005

Kleid aus Rosen

~~~Vorwort~~~

Diese Geschichte wurde geschrieben von Jonas 'Nezumi' Obrist und ist gewidmet:

Subway to Sally, für dieses herrliche Lied,

ReCinDer, weil ich ohne sie Subway to Sally nicht kennen würde

Yanik, Laila, Sandra und Laura, weil es sie gibt

und

Ninjin aka CureSunday, weil sie diese Geschichte gezeichnet hat.

~~~~~

Kein Tag verging, an dem er nicht an sie dachte, er war vernarrt in sie, besessen vielleicht. Er wusste, er würde alles für sie tun, doch sie war unerreichbar für ihn, denn er war nur ein armer Schneider und sie eine Tochter eines Adeligen. Er versuchte so oft es ging einen Blick auf sie zu erhaschen, und dann, eines Tages, da hörte er sie singen und er sah seine Chance kommen.

„Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weisses Kleid,
stech die Blumen in den blossen
unberührten Mädchenleib.“(1)

Er rannte nach Hause in seine Werkstatt, unterwegs kaufte er sich auf dem Markt alle Rosen die er dort fand. In seiner Werkstatt angekommen, begann er die Blätter der Rosenblüten sorgsam abzuzupfen und sie in einer Hülle aus Liebe zu konservieren, dass sie niemals verdörren werden. Er zeichnete in seinem Geiste die Skizzen eines Kleides, von einer solchen Vollkommenheit, wie man sie noch nie gesehen hatte. Er begann mit einem Faden aus Liebe die einzelnen Blütenblätter zusammenzunähen, so dass sie sich zu einem zarten Stoff zusammenfügten, aus dem er das Kleid schneidern konnte. Sieben Tage sass er da und schneiderte, sieben Tage lang erhob er sich nicht von seiner Arbeit, ernährte sich nur von der Liebe zu ihr, und liess sich von niemandem und nichts stören. Nach sieben Tagen war es vollbracht, ein Kleid aus Rosen genäht mit Liebe, so wunderschön anzuschauen, so unheimlich zart und doch fest. Er faltete das Kleid und packte es ein. Mit diesem Paket wagte er, an ihrer Türe nach ihr zu bitten, um ihr das Geschenk zu überreichen. Ein Diener öffnete und fragte nach seinem Verlangen. Ein Geschenk für die holde Maid wolle er überbringen, antwortete er darauf. Der Diener nahm sein Paket entgegen und versicherte er werde es der Lady übergeben und ihr seinen Namen nennen. Überglücklich lief er heim, war er sich doch sicher, dass sein Geschenk gefallen finden würde und dass er somit vielleicht doch eine Chance hat, wenngleich sie auch noch so klein war.

Der Diener schloss die Türe und beförderte das Paket, wie jedes, welches ein verzweifelt verliebter, niederer Jüngling aus der Stadt für die Lady abgab, in den Abfall, für ihn war die Geschichte vorbei.

Das Mädchen lief in die Halle, weil sie glaubte jemanden an der Tür gehört zu haben, auf ihre Frage antwortete der Diener nur es sei niemand gekommen, doch das Mädchen wusste genau, was dies hiesst, und ging zum Abfall herüber, wo der Diener die Pakete für sie wegzuwerfen pflegte. Da fand sie ein dünnes Bündel, mit billigem Stoff umwickelt. Sie nahm es und ging in ihr Zimmer, aus reiner Neugierde und Langeweile machte sie sich die Mühen und öffnete es, darinnen fand sie ein Kleid, ein Kleid aus Rosen. Niemals zuvor hatte sie etwas Schöneres erblickt, denn vollkommen schien ihr dieses Kleid, das nur aus Rosenblättern gefertigt zu sein schien. Nicht einen einzigen Faden konnte sie erblicken und es war ihr ein Rätsel, was dieses zarte Gebilde zusammenhielt. Sie klingelte nach dem Diener und wollte erfahren, wer dieses Paket für sie abgegeben hatte. Der Diener erwiderte, es sei von einem jungen Niederen aus der Stadt, dessen Namen ihm nicht wichtig genug erschien, um ihn sich zu merken.
In dieser Nacht hatte sie einen Alptraum, der ihr so real erschien, dass sie es nicht für möglich hielt, dass dies nur ein Traum war. Sie träumte von Banditen, die das Städtchen, in welchem sie wohnte, angriffen und alles in Schutt und Asche legten. Mitten in der Nacht wachte sie schweissgebadet und verängstigt auf. Sie legte das Rosenkleid an und wollte in die Küche gehen, um ein Glas Wasser zu holen. Erst in der Küche bemerkte sie, dass für eine Nacht viel zu viel Lärm zu hören war. Sie schaute zum Fenster heraus und sah die Strassen gefüllt von Menschen, die um ihr Leben flohen, gefolgt von Männern mit Schwertern, die jeden, der sich ihnen in den Weg stellte, niederschlugen. Einige der Häuser waren schon in Brand gesetzt worden und sie sah auch schon einen der Banditen auf ihr Haus zulaufen. In ihrer panischen Angst konnte sie nicht einmal mehr davonlaufen, sondern blieb wie erstarrt stehen. Der Bandit begann breit zu Grinsen als er sie erblickte. Dem lüsternen Blick seiner Augen konnte man ablesen, dass er dieses Opfer nicht, oder besser gesagt, noch nicht töten wollte. Er nahm sie, ohne dass sie sich wehrte, unter den Arm und machte sich auf den Weg zurück zum Lager der Banditen.
Nachdem die Banditen sich erstaunlich rasch und ohne jeden ersichtlichen Grund wieder zurückgezogen hatten, versammelten sich die Männer des Städtchens auf dem Hauptplatz. Es war klar, dass sie nun, da die Banditen ihnen eine Chance gaben, sich zu gruppieren, einen Gegenangriff starten würden. Jeder Mann bewaffnete sich mit dem was er gerade fand, Mistgabeln, Holzprügel und Metallstangen. Nur wenige hatten ein Schwert. So liefen sie dann los, das Banditenlager zu erstürmen. Unter ihnen war auch der Schneider. Er hatte sich von einem toten Banditen ein Schwert angeeignet und war entschlossen, sein Städtchen und damit seine Angebetete mit allen Mitteln zu beschützen.
Als die Banditen begriffen, dass sie angegriffen wurden, sahen sie schnell, dass dieser Kampf verloren ging, also schnappte sich jeder was er gerade in die Finger bekam und floh. Einer von ihnen schnappte sich das Mädchen und rannte los. Doch der Schneider sah das und als ihm gewahr wurde, dass dieses Mädchen sein Rosenkleid anhatte, wusste er, wer sie war und rannte dem Schurken hinter her. Beflügelt von der Liebe holte der ansonst physisch nicht allzu starke Schneider den Schurken schnell ein. Doch dieser war, wie zu erwarten, nicht willig, seine Beute ohne weiteres einfach aufzugeben. Er warf das Mädchen zu Boden und zückte sein Schwert. Der Schneider tat es ihm nach, doch bereits da war ihm anzusehen, dass er im Umgang mit dem Schwert alles andere als geübt war. Dennoch tat er sein bestes, in der Hoffnung seine Geliebte irgendwie zu retten. Zwischen den beiden begann eine erbitterter Zweikampf, in dem keiner der Beiden sonderlich auf Eleganz achtete, sondern eher mit rauer Kraft versuchte, den Gegner in die Knie zu zwingen, und was Kraft betraf so war der Bandit eindeutig im Vorteil. Dennoch gab der Schneider nicht auf und mehr aus Glück als durch Können konnte er den Banditen tödlich verletzen. Doch auch er musste bei diesem Schlag eine schreckliche Wunde einstecken. So lag er dann blutend neben dem erschlagenen Gegner, als das Mädchen sich wieder unter Kontrolle bringen konnte. Sie begriff auf einen Schlag, was geschehen war und eilte zu ihrem gefallenen Retter hin. „Sagt mir, wer ihr seid, edler Herr?“ „Mein Name ist unwichtig, genauso wie meine ganze Person, ich bin nur ein armer Schneider. Ich hoffe wohl, mein Kleid gefiel euch.“ „Euer Kleid, mein Herr… Wollte ihr damit sagen, dass…?“ Doch er war nicht mehr im Stande zu sprechen. Das Mädchen beugte sich über ihn und gab ihm einen Kuss, da sie keinen anderen Weg sah, sich bei ihm zu bedanken. Dieser Kuss zauberte ein letztes Lächeln in sein Gesicht bevor er ihn ihren Armen verstarb.
An der Stelle, an dem der schreckliche Zweikampf das Leben des Schneiders einforderte, wurde er begraben und ein Grabstein erinnert an die Meisterkunst, welche er besass:

„Hier ruht der Meister der Rosen, dessen Namen niemandem bekannt ist und der um seine Geliebte zu beschützen an diesem Ort sein Leben liess“

~~~Anhang~~~

(1): Auszug aus dem Lied „Kleid aus Rosen“ von Subway to Sally

Einen grossen Dank an all jene, die bis hier durchgehalten haben! Bitte schreibt mir eure Meinungen in einem Kommentar. Für diejenigen unter euch, welche auch andere meiner “Werke“ kennen werden eventuell festgestellt haben, dass es mir endlich gelungen ist, eine Geschichte zu schreiben, die in nur in Deutsch geschrieben ist. Darauf bin ich beinahe stolz *g* euer Nezumi.

Man kann den Manga (gezeichnet von Ninjin) herunterladen:
Torrent

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Pine (Gast) - Fr, 20. Apr, 13:56

Ein Kommentar

Hi!

Ich bin nur durch Zufall hier drauf gestoßen. Da Du ja um einen Kommentar batest: Die Geschichte an sich ist ganz nett, ich würde meinen, man könnte etwas daraus machen. Aber die Lyric ist sehr schwach. Dir fehlt das Gefühl für die richtige Sprach- und Wortwahl bei einem solchen "Märchen". So eine Erzählung muss einem Gedicht gleichen. (Damit ist nicht gemeint, dass es sich reimen soll.) Jedes Wort muss ganz bewusst gewählt sein und sich einpassen.
Es ist wie ein Gemälde. Du kannst nicht versuchen einen Monet zu malen und dafür Filzstifte nehmen.
Ich hoffe, Dir hilft konstruktive Kritik.

Greez, Pine

haniman (Gast) - Mo, 5. Nov, 11:41

ich finds klasse! fand das lied gut, hab mal gegoogled und jetzt kenn ich ne geschchte zu dem lied, danke :)

Nils (Gast) - Di, 6. Nov, 18:09

:)

ich finde die geschichte ist wirklich schön, und gefällt mir nicht nur weil ich ein absuluter subway fan bin...
würd mich freuen mehr von dir zu lesen^^

ilovemyhennie (Gast) - Sa, 6. Sep, 20:25

schöne geschichte!
:)

Thomas (Gast) - Sa, 7. Dez, 11:30

Cocktailkleid

In den ersten Zeilen dachte ich tatsächlich, das es hier um eine Kaufberatung für ein Kleid geht. ;-) Stand da anscheinend ein wenig auf dem Schlauch... Auf jeden Fall habe ich jetzt tatächlich lust bekommen mir ein Cocktailkleid zu kaufen. http://www.samyra-fashion.com/Cocktailkleider--9.html
Was meint ihr?

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ich liuebe das lied und ich finde der manga hatt so...
Tini (Gast) - Sa, 27. Feb, 14:01
schöne geschichte! :)
schöne geschichte! :)
ilovemyhennie (Gast) - Sa, 6. Sep, 20:25

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